"Luisa." Er stützt den Kopf in seine Hände. Ich starre das Regal hinter ihm an. "Ich verstehe es einfach nicht. Du warst auf einem so guten Weg, ich dachte schon wir hätten es geschafft. Ich weiß, dass du im Grunde nichts dafür kannst, aber wieso denn bloß. Luisa, warum?." Er hebt seinen Kopf, jetzt wartet er auf eine Antwort. "Ich habe es nicht mehr ertragen", erklingt schließlich meine Stimme. Ich schaue ihm direkt in die Augen. Er ist so alt geworden, lange hält er das nicht mehr durch, dass spüre ich schon lange. Er fängt an zu glauben, dass mir nicht mehr zu helfen ist. Aber das weiß ich doch schon längst. "Und mit was? Du besuchst die Schule nur einmal die Woche, ich versuche doch alles so erträglich wie möglich für dich zu machen. Ich gebe mir solche Mühe.." Mir schießen die Tränen in die Augen und er verstummt. Bei seinen letzten Worten kann ich spüren, wie mein Herz zerreißt. Ich mache nichts anders als die Menschen um mich herum zu verletzen und zu zerstören. "Ich habe mich nicht mehr ertragen", es ist kaum mehr als ein Flüstern. Wieder vergräbt er seinen Kopf zwischen den Händen. "Ich weiß nicht mehr weiter. Ich weiß einfach nicht mehr weiter." Ich stehe auf und halte mich am Tisch fest um nicht mein Gleichgewicht zu verlieren. Ich atme tief durch, verdränge den Gedanken, dass ich nie über meine Gefühle rede und fange an: "Es tut mir leid. Wirklich aus ganzem Herzen, aber bitte gib mich jetzt nicht auf, alleine schaffe ich es nicht. Ich gebe wirklich alles um gesund zu werden, aber ich weiß nicht wie das geht. All diese Gedanken, wie soll ich sie denn bei Seite schieben. In meinem Kopf ist so ein Durcheinander, dass ich manchmal befürchte verrückt zu werden. Ich sitze da und schaue das Essen an und ich habe das Gefühl wahnsinnig zu sein. Ja, nein. Gut, schlecht. Immer größer wird dann das Bedürfnis meinen Kopf so lange gegen die Wand zu schlagen, bis es ganz ruhig darin ist. Aber es wird nie ruhig darin, verstehst du? Verdammte Scheiße. Ich bin schon längst verrückt, stimmt's?" Ich lasse mich auf meinen Stuhl fallen und diesmal bin ich diejenige, die ihren Kopf in den Händen versteckt. "Mein ganzes Leben dreht sich um Essen. Ich erinnere mich noch nicht mal an einen Tag, als das nicht so war. Weißt du was ich glaube, ich will doch nicht gesund werden. Aber nicht weil es nicht will, also so richtig will, sondern weil ich Angst davor habe. Ich bekomme nichts in meinem Leben hin, gar nichts. Es ist wie ein riesengroßes Puzzel und ich finde keine Teile, die zusammenpassen und wenn es mal eins gibt, dass passt, dann ergibt es aber kein schönes Bild. Alles bricht immer auseinander, was auch immer ich mache, es führt zu keinem Ziel. Das einzige was ich kann und worauf ich mich verlassen kann, ist dünn sein..." Meine Stimme wird von heftigem Schluchzen unterbrochen und ich finde keine Weg weiter zureden.
Er läuft um seinen Schreibtisch herum und nimmt mich in den Arm. "Danke. Danke für deine Offenheit." Lange hält er mich im Arm ohne etwas zu sagen, dann lächelt er. "Ich bin stolz auf dich."
Donnerstag, 11. Oktober 2012
Samstag, 22. September 2012
Ich sitze einfach da und schaue zu, wie die Sonne die Schatten der Bäume tanzen lässt. Ich versuche meine innere Mitte zu finden, so wie ich es in meinem Buch gelesen habe. Ich versuche mich in einem bestimmt Punkt in meinem Köper zurück zu ziehen. Doch langsam dringen wieder Geräusche zu mir durch. Als ich die Augen öffne schaue ich geradeaus in die blausten Augen, die ich je gesehen. "Verdammte Scheise. Du hast mich fast zu Tode erschreckt." "Sorry." Langsam wird vor meinen Augen die Person scharf zu der sie gehören. Es ist ein blonder Junge. Er trägt völlig zerissene, mit farbe beschmierte Hosen und einen viel zu großen grauen Pulli und grinst mich. "Was ist so lustig?" fahre ich ihn an. Er schüttelt den Kopf."Was um alles in der Welt hast du da gerade gemacht?" Ich kneife die Augen leicht zusammen und versuche mich daran zu erinnern, aber irgendwie ist da einfach nichts. "Ähm.." fange ich an. "Ich schätze, dass weis ich auch nicht." Sein Grinsen wird noch breiter. "Bringst du mir das bei? Was auch immer du getan hast. Ich bin bestimmt schon seit zehn Minuten wie der letzte Idiot vor dir rumgesprungen, aber du hast nicht mal ansatzweise reagiert." "Wow." "Ja wow." lacht er. "Woher kannst du das?" "Warte mal..eigentlich müsste ich.." Ich greife nach meiner Tasche und tatsälich, ich hab das Buch sogar dabei. "Hier steht alles drin. Du kannst es behalten." Ich gebe ihm das Buch. Kurz wirft er einen Blick auf den Titel, dann greift er wieder nach meinen Händen. "Sag mal, hattest du vor hier draußen zu erfrieren?" Gerade will ich ihm erklären, dass mein Hände immer so kalt sind, da hab ich schon seinen grauen Pulli in der Hand. "Danke." Ich streife mir den Pulli über. Er lacht und wuschelt mir durch die Haare, dann setzt er sich neben mich auf die Bank. Ich drehe mich so, dass ich ihn von der Seite anschauen kann. "Bist du immer so offen mit andern Menschen?" "Oh. Ich..ich wollte dir nicht.." "Nein, nein. So war das nicht gemeint." Es sieht aus als würde er nach den richtigen Worten suchen. "Ich bin öfter hier und zeichne manchmal. Ich bin hier noch nie einem andern Menschen begegnet und dann habe ich dich vor ein paar Tage in der Stadt schon gesehen, da dachte ich vielleicht ist es Schicksal, dass wir uns wieder sehen." Vielleicht sollte ich es mal sagen:" Vielleicht. Aber ich habe einen..." Ich halte kurz inne. Er lächelt. "Ich weis." sagt er und hebt meinen Arm hoch an dem ein dünnes silbernes Armband mit einem kleinen M hängt. Ich schaue etwas beschämt in die Ferne und komme mir dumm vor. "Hey, aber so meinte ich das auch nicht. Eher, ich weiß nicht. Vielleicht haben wir ähnliche Geschichten." "Meinst du?" "Ich glaube nicht, dass du aus Spaß so dünn bist." Ich nicke nur und er fängt an zu erzählen.
Also saß ich betimmt 3 Stunden langen mit einem völlig fremden Typ am Waldrand und wir haben über das Leben geredet. Immer wieder fällt es mir auf, wie viel leichter es für mich ist mit fremden Menschen über meine 'Geschichte' zu reden.
Also saß ich betimmt 3 Stunden langen mit einem völlig fremden Typ am Waldrand und wir haben über das Leben geredet. Immer wieder fällt es mir auf, wie viel leichter es für mich ist mit fremden Menschen über meine 'Geschichte' zu reden.
Freitag, 21. September 2012
So ich bin wieder da. In den nächten Tagen werde ich ein paar Post veröffentlichen, die ich im Schwarzwald geschrieben haben. Also nicht wundern, wenn das mit der Zeit nicht so ganz Sinn macht.
Und dann wollte ich mich bei ich und so bedanken und ihre Frage beantworten.
Und dann wollte ich mich bei ich und so bedanken und ihre Frage beantworten.
1. wie alt bist du? Ich bin 16. Bald 17.
2. rauchst du? Ja.
3. bist du in therapie oder so? Ach, ich wohne sogar bei meinem Therapeuten. Gruselig nicht?
4. verliebt? Ich schätze schon
5. sind deine eltern zusammen? Nein, schon fast 7 Jahren nicht mehr.
6. was hörst du für musik? Weiß ich gar nicht so genau.
7. was hast du nach der Schule vor? Sterben?!
8. Meinung zu Casper? (: Mag ihn, wenigstens ist er einer der ehrlichen Menschen, die es noch gibt.
9. Augenfarbe? Grün.
10. bist du gerade glücklich? Ich denke ich sollte jetzt ja sagen, aber ich habe ein bisschen Angst, dass ich das mit dem glücklich sein verlernt habe.
11. Lebensziel? Das ist eine ausgezeichnete Frage.
Nehmt einfach ihre Fragen und macht mit, wenn ihr lust habt. Ich melde mich bald wieder.
Mittwoch, 12. September 2012
Ich wollte euch nur schnell wissen lassen, dass ich wieder zu Hause bin und es mir gut geht. Was genau operiert wurde kann ich euch nicht sagen, ich verstehe dieses ganze ärztliche Gerde nicht und im Grunde genommen ist es mir auch egal. Es hatte seine Wirkung und ich habe fast kaum noch Bauchschmerzen. Ich habe bestimmt drei oder vier Stunden mit dem Therapeut aus diesem Krankenhaus geredet über sämtliche Dinge und ich muss aber nicht zurück in eine Klink. Meine Mutter macht gerade eine Entzugstherapie und soweit ich es weiß, läuft es nicht schlecht.
Ich werde ein paar Tage verreisen um von diesem ganzen wegzukommen. Ich weiß, dass das nicht geht und ich nicht einfachmal so mir nichts dir nichts meine Magersucht hier lassen kann und es mir irgendwo anders schön machen, aber ich werde es versuchen. Raus aus der immer gleichen Umgebung, weg von den immer gleichen Menschen.. Ihr wisst schon. Ich melde mich sobald ich wieder da bin.
Passt auf euch auf.
Ich werde ein paar Tage verreisen um von diesem ganzen wegzukommen. Ich weiß, dass das nicht geht und ich nicht einfachmal so mir nichts dir nichts meine Magersucht hier lassen kann und es mir irgendwo anders schön machen, aber ich werde es versuchen. Raus aus der immer gleichen Umgebung, weg von den immer gleichen Menschen.. Ihr wisst schon. Ich melde mich sobald ich wieder da bin.
Passt auf euch auf.
Sonntag, 9. September 2012
"Sicher das du gehen kannst?" Ich hebe meinen Kopf. "Nein. Aber ich muss oder?!" "Und ich bin an allem Schuld, es tut mir leid." "Alles ist gut, Mama. Ich hab dich lieb." Sie beugt sich vor und gibt mir einen Kuss auch die Stirn. "Ich hab dich auch sehr, sehr lieb. Pass auf dich auf." "Du auch." Ich merke wie sich meine Augen mit Tränen füllen, ich drehe mich rum und laufe los. Ich schaue nicht zurück. Ich will nicht, dass das gerade wirklich passiert. Abschiede sind abscheulich.
Das ist das letzte woran ich mich erinnern kann.
Als ich wieder aufwache blendet mich furchtbar grelles Licht. Überirdisch lautes Piepen mischt sich darunter. "Wie geht es dir?" Ich kenne die Stimme nicht. "Mir würdes um einiges besser gehen, wenn ich wüsste wo ich wäre?" Genau in diesem Moment dämmert es mir. KLINK. Panisch schießt meine Hand zu meiner Nase. Nichts. Ich atme aus. Ich will mich aufsetzen als ein stechender Schmerz meine Bauch durchfährt und ich wieder in mein Kissen gedrückt werde. "Du bist in einer Klink, Luisa. Weißt du was passiert ist?" Die Stimme hat einen fruchtbaren Dialekt. Ich suche nach Erinnerungen in meinem Kopf, aber ich finde nichts woran ich mich halten kann. Also schüttel ich nur den Kopf. Keine gute Idee. "Du bist in der Schule bewusstlos geworden. Deine Lehrein hat den Krankenwagen gerufen. Der Arzt wusste sofort wer du bist, du hattest einen Termin vor zwei Wochen und bist aber nicht erschienen. Wir mussten dich hier operieren. Du musst in letzter Zeit an heftigen Bauchkrämpfen gelitten habe, oder?" Langsam kommen die Erinnerung zurück. Bauchschmerzen. Heute in der Schule hatte ich heftige Schmerzen. Hab ich nicht sogar geweint? "Und jetzt?" meine Stimme zittert und ist kaum mehr als ein flüstern.Ich will hier weg. Wissen sie denn nicht, dass ich fruchtbare Angst in diesen Räumen habe? "Die OP ist gut verlaufen und es wird nicht lange dauern bis du wieder nach hause kannst. Aber über deinen gesundheitlichen Zustand müssen wir unbedingt reden. Gleich wird jemand kommen und das übernehmen." Ich merke wie jeder einzelne Muskel sich anspannt. Ich schließe meine Augen und versuche irgendwas zu machen. Zu denken, zu atmen irgendwas, aber da ist nichts. "Nein," hauche ich. "Bitte nicht."
Das ist das letzte woran ich mich erinnern kann.
Als ich wieder aufwache blendet mich furchtbar grelles Licht. Überirdisch lautes Piepen mischt sich darunter. "Wie geht es dir?" Ich kenne die Stimme nicht. "Mir würdes um einiges besser gehen, wenn ich wüsste wo ich wäre?" Genau in diesem Moment dämmert es mir. KLINK. Panisch schießt meine Hand zu meiner Nase. Nichts. Ich atme aus. Ich will mich aufsetzen als ein stechender Schmerz meine Bauch durchfährt und ich wieder in mein Kissen gedrückt werde. "Du bist in einer Klink, Luisa. Weißt du was passiert ist?" Die Stimme hat einen fruchtbaren Dialekt. Ich suche nach Erinnerungen in meinem Kopf, aber ich finde nichts woran ich mich halten kann. Also schüttel ich nur den Kopf. Keine gute Idee. "Du bist in der Schule bewusstlos geworden. Deine Lehrein hat den Krankenwagen gerufen. Der Arzt wusste sofort wer du bist, du hattest einen Termin vor zwei Wochen und bist aber nicht erschienen. Wir mussten dich hier operieren. Du musst in letzter Zeit an heftigen Bauchkrämpfen gelitten habe, oder?" Langsam kommen die Erinnerung zurück. Bauchschmerzen. Heute in der Schule hatte ich heftige Schmerzen. Hab ich nicht sogar geweint? "Und jetzt?" meine Stimme zittert und ist kaum mehr als ein flüstern.Ich will hier weg. Wissen sie denn nicht, dass ich fruchtbare Angst in diesen Räumen habe? "Die OP ist gut verlaufen und es wird nicht lange dauern bis du wieder nach hause kannst. Aber über deinen gesundheitlichen Zustand müssen wir unbedingt reden. Gleich wird jemand kommen und das übernehmen." Ich merke wie jeder einzelne Muskel sich anspannt. Ich schließe meine Augen und versuche irgendwas zu machen. Zu denken, zu atmen irgendwas, aber da ist nichts. "Nein," hauche ich. "Bitte nicht."
Dienstag, 28. August 2012
Tut mir leid, dass ich so viel von ihm rede, aber irgendwie fühlt sich zum ersten Mal in meinem Leben etwas richtig an.
Wir sitzen uns gegenüber auf dem Fensterbrett. Ich merke wie sein Blick auf mir ruht und trotzdem versinke ich in Gedanken. Meiner Mutter wurde das Sorgerecht entzogen, aber kann man einer Mutter das Sorgerecht entziehen? Sie hat viel Scheiß gebaut und in dem ganzen Alkohol den sie trinkt, könnte sie meine Probleme auch gleich ertränken, aber wenn es hart auf hart kam war sie für mich da. Ich liebe sie und ich will nicht von ihr weg. Fast automatisch wandert meine Hand zu dem kleinen Spalt zwischen Rolladenkasten und Fenster. Eine Art Geheimversteck auch wenn es nicht wirklich geheim ist. Er lacht. "Wollten wir nicht aufhören, Madame?" Ich grinse ihn an und ziehe die Zigarettenschachtel heraus "Wollten wir." Fast zeitgleich holt er ein Freuerzeug aus seiner Hosentasche mein Grinsen wird noch breiter. "Wusst ich's doch", lache ich während er sich zu mir beugt um meine Zigarette anzumachen.
Eine Zeit sitzen wir einfach schweigend da. Ich schaue dem Rauch hinterher, als er nach meiner Hand greift und seine Finger mit meinen verschränkt. Ich schaue auf unsere Hände, wenn etwas richtig aussehen kann, dann sehen sie richtig aus. Jetzt sind wir also zusammen, denke ich. Mir fällt die Frage meines Therpeuten von gestern wieder ein. Luisa, würdest du dein Leben ändern, wenn du könntest? Gestern wusste ich keine Antwort darauf, heute weiß ich sie. Ich würde sein Leben ändern. Er hat das alles nicht verdient. Er hat eine glückliche Familie, eine gesunde Mutter und Schwester verdient. Er hat es verdient geliebt zu werden und einfach der zu sein der er ist, ohne das ihm ständig jemand Vorwürfe macht. Er hat eine glückliche und ruhige Kindheit verdient. Menschen, denen er wichtig ist, aber nicht das Leben, das er gerade führt, mit Augen voller Traurigkeit und Müdigkeit. Ein lächeln, dass nur selten sie Augen erreicht. Ein Leben, dass völlig sinnlos erscheint.
Ich schaue hoch, dirket in seine Augen, er hat mich die ganze Zeit beobachtet. Ich lächle ihn an.
"Danke."
Kurz spüre ich seine Lippen auf meinen, den Geschmack nach Zigaretten und Pfefferminze, dann verschwinde ich ein rosarote Welt voller Herzen, Sonne, Glück und Liebe.
Wir sitzen uns gegenüber auf dem Fensterbrett. Ich merke wie sein Blick auf mir ruht und trotzdem versinke ich in Gedanken. Meiner Mutter wurde das Sorgerecht entzogen, aber kann man einer Mutter das Sorgerecht entziehen? Sie hat viel Scheiß gebaut und in dem ganzen Alkohol den sie trinkt, könnte sie meine Probleme auch gleich ertränken, aber wenn es hart auf hart kam war sie für mich da. Ich liebe sie und ich will nicht von ihr weg. Fast automatisch wandert meine Hand zu dem kleinen Spalt zwischen Rolladenkasten und Fenster. Eine Art Geheimversteck auch wenn es nicht wirklich geheim ist. Er lacht. "Wollten wir nicht aufhören, Madame?" Ich grinse ihn an und ziehe die Zigarettenschachtel heraus "Wollten wir." Fast zeitgleich holt er ein Freuerzeug aus seiner Hosentasche mein Grinsen wird noch breiter. "Wusst ich's doch", lache ich während er sich zu mir beugt um meine Zigarette anzumachen.
Eine Zeit sitzen wir einfach schweigend da. Ich schaue dem Rauch hinterher, als er nach meiner Hand greift und seine Finger mit meinen verschränkt. Ich schaue auf unsere Hände, wenn etwas richtig aussehen kann, dann sehen sie richtig aus. Jetzt sind wir also zusammen, denke ich. Mir fällt die Frage meines Therpeuten von gestern wieder ein. Luisa, würdest du dein Leben ändern, wenn du könntest? Gestern wusste ich keine Antwort darauf, heute weiß ich sie. Ich würde sein Leben ändern. Er hat das alles nicht verdient. Er hat eine glückliche Familie, eine gesunde Mutter und Schwester verdient. Er hat es verdient geliebt zu werden und einfach der zu sein der er ist, ohne das ihm ständig jemand Vorwürfe macht. Er hat eine glückliche und ruhige Kindheit verdient. Menschen, denen er wichtig ist, aber nicht das Leben, das er gerade führt, mit Augen voller Traurigkeit und Müdigkeit. Ein lächeln, dass nur selten sie Augen erreicht. Ein Leben, dass völlig sinnlos erscheint.
Ich schaue hoch, dirket in seine Augen, er hat mich die ganze Zeit beobachtet. Ich lächle ihn an.
"Danke."
Kurz spüre ich seine Lippen auf meinen, den Geschmack nach Zigaretten und Pfefferminze, dann verschwinde ich ein rosarote Welt voller Herzen, Sonne, Glück und Liebe.
Samstag, 25. August 2012
Kennt ihr dieses Gefühl, wenn euer Herz all diese Gefühle nicht mehr verarbeiten kann und es dann einfach furchtbar weh tut. Es fühlt sich an als würde es tausend Kilo wiegen und nur an einem Seidenfaden hängen und jeden Moment könnte er reisen und das Herz würde in millionen kleine Teilchen zerspringen.
Es ist warm, es ist warm und ich laufe in langer Hose und langem Oberteil durch die Straßen, denn mir ist kalt. Es ist kalt.
Ich brauche gar nicht erst zu klingeln, er stand hinter der Tür und hatte auf mich gewartet. Den ganzen Weg musste ich wie eine Gestörte lächeln. Ich habe einen wirklich grauenvollen Schultag hinter mir und meine Vorfreude war so riesig. Hätte ich gewusst, was mich erwartet wäre ich nie hingegangen. Hinter der Tür stand allerdings nicht mein bester Freund, wie ich ihn kannte. Das Gesciht war eingefallen und unter seine Augen waren tiefe, dunkle Ränder. Er trug einen langärmligen Gammelpulli, der ihm viel zu groß war. Seine Augen sahen mich ausdruckslos an.
Ohne ein weiters Wort ging ich an ihm vorbei, die Treppen hoch und in sein Zimmer. 'Wieso macht er sowas?' Ich konnte keine klaren Gedanken fassen. Ich weiß, warum es ihm schlecht ging, ich weiß warum er Sorgen hat, aber ich weiß auch, dass das keine Lösung ist. Und er weiß es auch.
Ich merke wie er sich neben mich aufs Bett setzt. "Alles in Ordnung?" Ich springe auf. "Alles in Ordnung?! Ist das dein Ernst?! Schau dich doch mal an. Glaubst du ich hab keine Augen im Kopf? Warum machst du so einen Scheiß? Was soll das?" Ich merke wie die ersten Tränen über meine Wangen laufen. "Luisa, ich weiß es selbst nicht. Ich habe nur ein paar Tage etwas weniger gegessen. Mir ist einfach nicht danach. Meine Familie bricht ausei..." "Dir ist einfach nicht danach? Ein bisschen weniger gegessen?" Meine Stimme überschlägt sich. "Ich kanns nicht glauben. So wie du aussiehst isst du nichts. Bist du von allen guten Geistern verlassen?" In mir macht sich dieses Gefühl von absoluter Hilfslosigkeit breit. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie er seine Ärmel über dir Hände zieht. Ich bin so dumm. Ich hätte es schon viel früher sehen müssen, ich hätte nicht immer nur an mich denken dürfen. Ich habe das Bedürfnis meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. "Luisa, es tut mir leid. Ich weiß einfach nicht wohin mit mir und alldem. Ich werde damit..." "Aufhören?" fahre ich hin an. "Du kannst doch keine Ahnung in was für einen Scheiß du dich da begibst. Du weißt odch überhaupt nicht wie sich das alles wirklich anfühlt. Vielleicht kannst du gar nicht mehr aufhören. Das sind doch alles keine Lösungen. Du machst so alles nur noch viel schlimmer. Du flüchtest dich in etwas, dass dich zerstört. Einfachso ohne jede Art von Vorwarnung. Bitte." Ich kann nicht mehr, ich kann keine einzige Sekunde länger in diesem Raum bleiben. Ich laufe raus aus dem Flur. Ich merke wie sich seine Hand um meinen Oberarm schliest und er mich zurück zieht. Mit aller Kraft versuche ich mich los zu reisen, aber lehne mich nach einem letzten Versuch mit dem Rücken erschöpft an die Wand. Er steht vor mir. Ein scharf klingend: "Was?"entfährt mir. Er atmet tief durch .
"Luisa, ich liebe dich."
Es ist warm, es ist warm und ich laufe in langer Hose und langem Oberteil durch die Straßen, denn mir ist kalt. Es ist kalt.
Ich brauche gar nicht erst zu klingeln, er stand hinter der Tür und hatte auf mich gewartet. Den ganzen Weg musste ich wie eine Gestörte lächeln. Ich habe einen wirklich grauenvollen Schultag hinter mir und meine Vorfreude war so riesig. Hätte ich gewusst, was mich erwartet wäre ich nie hingegangen. Hinter der Tür stand allerdings nicht mein bester Freund, wie ich ihn kannte. Das Gesciht war eingefallen und unter seine Augen waren tiefe, dunkle Ränder. Er trug einen langärmligen Gammelpulli, der ihm viel zu groß war. Seine Augen sahen mich ausdruckslos an.
Ohne ein weiters Wort ging ich an ihm vorbei, die Treppen hoch und in sein Zimmer. 'Wieso macht er sowas?' Ich konnte keine klaren Gedanken fassen. Ich weiß, warum es ihm schlecht ging, ich weiß warum er Sorgen hat, aber ich weiß auch, dass das keine Lösung ist. Und er weiß es auch.
Ich merke wie er sich neben mich aufs Bett setzt. "Alles in Ordnung?" Ich springe auf. "Alles in Ordnung?! Ist das dein Ernst?! Schau dich doch mal an. Glaubst du ich hab keine Augen im Kopf? Warum machst du so einen Scheiß? Was soll das?" Ich merke wie die ersten Tränen über meine Wangen laufen. "Luisa, ich weiß es selbst nicht. Ich habe nur ein paar Tage etwas weniger gegessen. Mir ist einfach nicht danach. Meine Familie bricht ausei..." "Dir ist einfach nicht danach? Ein bisschen weniger gegessen?" Meine Stimme überschlägt sich. "Ich kanns nicht glauben. So wie du aussiehst isst du nichts. Bist du von allen guten Geistern verlassen?" In mir macht sich dieses Gefühl von absoluter Hilfslosigkeit breit. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie er seine Ärmel über dir Hände zieht. Ich bin so dumm. Ich hätte es schon viel früher sehen müssen, ich hätte nicht immer nur an mich denken dürfen. Ich habe das Bedürfnis meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. "Luisa, es tut mir leid. Ich weiß einfach nicht wohin mit mir und alldem. Ich werde damit..." "Aufhören?" fahre ich hin an. "Du kannst doch keine Ahnung in was für einen Scheiß du dich da begibst. Du weißt odch überhaupt nicht wie sich das alles wirklich anfühlt. Vielleicht kannst du gar nicht mehr aufhören. Das sind doch alles keine Lösungen. Du machst so alles nur noch viel schlimmer. Du flüchtest dich in etwas, dass dich zerstört. Einfachso ohne jede Art von Vorwarnung. Bitte." Ich kann nicht mehr, ich kann keine einzige Sekunde länger in diesem Raum bleiben. Ich laufe raus aus dem Flur. Ich merke wie sich seine Hand um meinen Oberarm schliest und er mich zurück zieht. Mit aller Kraft versuche ich mich los zu reisen, aber lehne mich nach einem letzten Versuch mit dem Rücken erschöpft an die Wand. Er steht vor mir. Ein scharf klingend: "Was?"entfährt mir. Er atmet tief durch .
"Luisa, ich liebe dich."
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