Mein Herz tut weh.
Es ist müde und überfordert. Es kann keinen bisschen Schmerz, Weggehen, Verlieren, Sterben mehr verkraften. Mein Papa meinte immer bei wirklich wichtigen Entscheidungen muss man auf sein Herz hören. Jetzt sitze ich hier und versuche auf mein Herz zu hören. Aber er hat mir nicht gesagt, was ich machen muss wenn dort nichts als Schmerz ist. Ich weiß nicht was ich noch machen soll. Ich bin ein Versager, ein Loser, ein Nichts. Langsam aber sicher verrotte ich in einer Klink und werde vor dem Rest der Welt weggesperrt.
Warum?
Was habe ich falsch gemacht? Ich sitze auf dem Waschenbecken und es stinkt wiederlich nach Scheiße, in meinen Therpie Stunden bekomme ich mein Maul nicht auf, ich kann nichts machen als zu sehen, wie mein bester Freund sich immer mehr verliert, ich halte behinderte Vorträge in Gruppenstunden, und bekomme es nicht auf die Reihe pünktlich im Speisesaal zu erscheinen. Was ist so schrecklich schief gelaufen in meinem Leben? Vielleicht ist das meine Chance wieder gesund zu werden? Vielleicht auch nicht? Kann ich einfach gehen und das alles hinter mir lassen? Noch mehr Schmerz, Weggehen, Verlieren, Sterben oder Heilung, Gesundheit, Glück, Neuanfang?
Na Herz, was sagst du dazu?
Dienstag, 17. April 2012
Montag, 9. April 2012
-10-
Ich wurde getaggt Sie fühlt sich frei
Ganz lieben Dank an dich.
1. Hobbys? -Früher mal.
2. Was ist deine Lieblingsbeschäftigung? -Lesen.
3. Empfindest du Hass für eine Person? -Mein Vater hat immer gesagt Hass ist ein zu großes Wort und viele Menschen benutzen es ohne zu wissen was es bedeutet. Sicherlich mag ich manche Menschen nicht, aber ich hasse niemand. Nein.
4. Hast du Geschwister? -Ja. Halb.
5. Was machst du am liebsten mit deiner Besten Freundin? -Zählt bester Freund auch? Pusteblumen pusten.
6. Lieblingsbild? -
7. Was ist dein größter Traum? -Gesund werden und wirklich gesund werden wollen.
8. Was hälst du von Ritzen/Magersucht? -Krankheiten, die kein Mensch auf dieser Welt verdient hat.
9. Was machst du in den Sommerferien? -Ich werde in der Klink sein.
10. Was ist dein Lieblingsspitzname? -Spätzchen (mein Papa hat mich früher immer so genannt)
11. Was bedeutet bloggen für dich? -Meine Gefühle ohne Ängst aufschreiben zu können und vertsanden zu werden.
Macht einfach mit wenn ihr wollt. :)
Ganz lieben Dank an dich.
1. Hobbys? -Früher mal.
2. Was ist deine Lieblingsbeschäftigung? -Lesen.
3. Empfindest du Hass für eine Person? -Mein Vater hat immer gesagt Hass ist ein zu großes Wort und viele Menschen benutzen es ohne zu wissen was es bedeutet. Sicherlich mag ich manche Menschen nicht, aber ich hasse niemand. Nein.
4. Hast du Geschwister? -Ja. Halb.
5. Was machst du am liebsten mit deiner Besten Freundin? -Zählt bester Freund auch? Pusteblumen pusten.
6. Lieblingsbild? -
7. Was ist dein größter Traum? -Gesund werden und wirklich gesund werden wollen.
8. Was hälst du von Ritzen/Magersucht? -Krankheiten, die kein Mensch auf dieser Welt verdient hat.
9. Was machst du in den Sommerferien? -Ich werde in der Klink sein.
10. Was ist dein Lieblingsspitzname? -Spätzchen (mein Papa hat mich früher immer so genannt)
11. Was bedeutet bloggen für dich? -Meine Gefühle ohne Ängst aufschreiben zu können und vertsanden zu werden.
Macht einfach mit wenn ihr wollt. :)
Donnerstag, 5. April 2012
-9-
Von weitem kann ich die Schritte von meinem Therapeuten hören. Gleich ist er hier, trotzdem bleibe ich sitzen und betrachte weiter den Garten. Ich merke wie er sich schwer neben mich setzt. "Es tut mir leid." "Ist schon in Ordnung.", an seiner Stimme kann ich hören, dass er lächelt. "Aber jetzt bist du mir eine ehrlich Antwort schuldig." Ich beiße mir auf die Unterlippe, dann nicke ich. "Wie geht es dir?"Ich drehe mich zur Seite und setzte mich in den Schneidersitz. Ich mustere ihn von der Seite. "Darf ich sie davor noch etwas fragen?" Ich warte kurz. "Warum haben sie mich nicht schon längst .." Ich halte kurz die Luft an .."aufgegeben?" Er lächelt dieses sich-an-etwas-erinnern-Lächeln. Langsam löst sich eine Haarsträhne aus meinem Dutt und fällt mir vor die Augen, hastig verbanne ich sie hinter mein Ohr. "Ich möchte ehrlich zu dir sein." Er dreht sich zu mir. "Weil du ein bisschen die Tochter bist, die ich nie haben werde. Ich habe gesehen, wie gut dein Verhältnis zu deinem Vater ist und Luisa, als ich gesehen habe, wie er hier abgerreist ist, hat es mir wirklich im Herz weh getan. Ich habe versucht, auch wenn mir völlig klar ist, dass das nicht geht, ein Stück weit hier dein Vater für dich zu sein. Das ist ein Grund, vielleicht auch der etwas egoistische Grund." Er macht eine lange Pause. Ich muss lächeln, er ist ein alter Mann, er könnte fast mein Opa sein. Das Lächeln verwandelt sich in ein Grinsen. "Was?" "Sie haben das ganz gut gemacht, mit dem Vater sein." "Und der andere Grund ist eigentlich ganz leicht. Ich glaube an dich. Ganz einfach. Ich weiß, dass du das schaffen wirst. Vielleicht brauchst du Hilfe und wenn du das irgendwann erkennst, dann möchte ich, dass jemand für dich da ist und dir diese Hilfe geben kann." Ich beuge mich ein Stück nach vorne und greife nach seiner Hand, ganz kurz, dann lasse ich sie wieder los. "Danke." Er lächelt. Auch ich muss lächeln. "Also?" Langsam formt sich ein Satz in meinem Kopf, es ist komisch, ich sage es jeden Tag, aber ich hatte ganz vergessen, dass man es auch fühlen kann. "Es geht mir gut."
Sonntag, 25. März 2012
-8-
Mit meiner Zunge befeuchte ich meine Lippe und rutsche auf meinem Stuhl etwas nach vorne. "Luisa?" Ich schlucke, mein Mund fühlt sich wie eine Sandwüste an. Ich atme tief ein. Versprochen? Versprochen! Mein Blick schweift durch den Raum, alle schauen mich an. Ich merke wie sich die Angst in mir breit macht. Mein Blick bleibt an seinem hängen, er lächelt, lautlos formt er: Alles wird gut. Ich nicke und stehe auf. Einen kurzen Moment bin ich selbst überrascht, ich stehe tatsälich und gehe nach vorne. Die Blicke folgen mir.
"Ich bin Luisa." Ich stocke. Und jetzt? Mir fehlen die Worte, ich war doch noch nie gut darin etwas zu sagen. "Warum bist du hier?" Ich schaue in die Richtung aus der die Stimme kam. Ein kleines Mädchen, vielleicht 10, lächelt mich an. Warum ist sie hier und nicht glücklich bei ihrer Familie? "Ich bin hier, weil.." Meine Stimme bricht ab. Ich kann es nicht. "..weil..weil ich essgestört bin." Ich schaue auf die dünnen Arme des kleinen Mädchens. Das kann nicht sein, es kann einfach nicht sein. Irgendetwas schlaues muss ich sagen, für sie. Für all die, die an dieser schrecklichen Krankheit leiden. Mein Herz pocht so laut, dass es eigentlich jeder hier im Raum hören müsste. Tief Luft holen. Auf die Plätze, fertig, los: "Ich merke, wie der Wunsch gesund zu werden mit jedem Tag größer wird. Wenn ich sehe wie es draußen Sommer wird, die Blumen anfangen zu blühen und die Vögel singen wünsche ich mir, dass es genauso auch hier drin passiert. Ich stelle mir vor, wie wir alle aus einem bösen Traum aufwachen, ganz langsam und jeder für sich. Wir überwinden Schritt für Schritt die Angst die Kontrolle über unser Leben zu verlieren und verwandeln sie in sprühende Lust am Leben. Wir lassen die Welt aus Zahlen und Kalorien hinter uns und tauchen in eine Welt voller Genüsslichkeiten ein. Langsam befreien wir uns aus den Klauen des Selbtshass und beginnen uns so zu mögen so wie wir sind. Wir lernen unsere Schwächen kennen und fangen an sie zu akzeptieren. Auch wenn jeder für sich gesund wird, auf seine ganz eigene Weise und nur genauso schnell wie es möglich ist, halten wir alle zusammen. Wir erfinden uns neu und helfen einander, niemand wird aufgegeben oder bleibt auf dem Weg zurück. Ganz sicher ist es nicht leicht und es kostet uns alle fruchtbar viel Kraft und Nerven, aber wir alle schaffen das zusammen. Wir verlassen eine traurige, graue und kaltherzige Welt und gelangen in eine bunte, völlige verrückte und neue Welt. Ich glaube ganz fest daran, dass wir es schaffen den Sommer hier zu uns zu holen.Vielleicht habe ich es in der ganzen, die ich schon hier verbringe nicht geschafft nach außen hin gesund zu werden und an Gewicht zu zunehmen, aber ich habe begriffen, dass es jeder von uns schaffen kann und viel wichtiger, dass es jeder von uns verdient hat gesund zu werden und dass keiner von uns diese Krankheit braucht. Wir alle sind viel stärke als sie. Zusammen sind wir unaufhaltsam. Zusammen schaffen wir es." Ich beiße mir auf die Unterlippe und suche irgendeinem Halt: Er lächelt über das ganze Gesicht.
"Ich bin Luisa." Ich stocke. Und jetzt? Mir fehlen die Worte, ich war doch noch nie gut darin etwas zu sagen. "Warum bist du hier?" Ich schaue in die Richtung aus der die Stimme kam. Ein kleines Mädchen, vielleicht 10, lächelt mich an. Warum ist sie hier und nicht glücklich bei ihrer Familie? "Ich bin hier, weil.." Meine Stimme bricht ab. Ich kann es nicht. "..weil..weil ich essgestört bin." Ich schaue auf die dünnen Arme des kleinen Mädchens. Das kann nicht sein, es kann einfach nicht sein. Irgendetwas schlaues muss ich sagen, für sie. Für all die, die an dieser schrecklichen Krankheit leiden. Mein Herz pocht so laut, dass es eigentlich jeder hier im Raum hören müsste. Tief Luft holen. Auf die Plätze, fertig, los: "Ich merke, wie der Wunsch gesund zu werden mit jedem Tag größer wird. Wenn ich sehe wie es draußen Sommer wird, die Blumen anfangen zu blühen und die Vögel singen wünsche ich mir, dass es genauso auch hier drin passiert. Ich stelle mir vor, wie wir alle aus einem bösen Traum aufwachen, ganz langsam und jeder für sich. Wir überwinden Schritt für Schritt die Angst die Kontrolle über unser Leben zu verlieren und verwandeln sie in sprühende Lust am Leben. Wir lassen die Welt aus Zahlen und Kalorien hinter uns und tauchen in eine Welt voller Genüsslichkeiten ein. Langsam befreien wir uns aus den Klauen des Selbtshass und beginnen uns so zu mögen so wie wir sind. Wir lernen unsere Schwächen kennen und fangen an sie zu akzeptieren. Auch wenn jeder für sich gesund wird, auf seine ganz eigene Weise und nur genauso schnell wie es möglich ist, halten wir alle zusammen. Wir erfinden uns neu und helfen einander, niemand wird aufgegeben oder bleibt auf dem Weg zurück. Ganz sicher ist es nicht leicht und es kostet uns alle fruchtbar viel Kraft und Nerven, aber wir alle schaffen das zusammen. Wir verlassen eine traurige, graue und kaltherzige Welt und gelangen in eine bunte, völlige verrückte und neue Welt. Ich glaube ganz fest daran, dass wir es schaffen den Sommer hier zu uns zu holen.Vielleicht habe ich es in der ganzen, die ich schon hier verbringe nicht geschafft nach außen hin gesund zu werden und an Gewicht zu zunehmen, aber ich habe begriffen, dass es jeder von uns schaffen kann und viel wichtiger, dass es jeder von uns verdient hat gesund zu werden und dass keiner von uns diese Krankheit braucht. Wir alle sind viel stärke als sie. Zusammen sind wir unaufhaltsam. Zusammen schaffen wir es." Ich beiße mir auf die Unterlippe und suche irgendeinem Halt: Er lächelt über das ganze Gesicht.
Sonntag, 11. März 2012
Donnerstag, 1. März 2012
-7-
"Luisa!" Meine Name donnert den Flur entlang. Vorssichtig rutsche ich auf meinem Stuhl nach vorne, stoße mich mit den Händen ab und versuche mein Gleichgewicht zu halten. Taumelnd schaffe ich es irgendwie sichern Halt zu finden. Schritt. Schritt. Schritt. Ich lasse meinen Blick schweifen, langsam bewege ich mich Richtung Wand. Wenn ich erst mal da bin, kann ich schneller gehen. Schritt. Schritt. Elender Versager. Musst du etwa an der Wand entlang laufen? Du bist mir ja so peinlich.. Was soll ich bloß mit dir anfangen? Vielleicht kriechst du gleich auf dem Boden? "Luisa!" "Ich komme." Meine Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern. Meine zitternde Hand berührt den Türgriff, mit meiner ganzen restlichen Kraft setzte ich ein Lächeln auf und betrete den Raum. "Da bist du ja endlich?" lächelt mir die Doktorin entgegen. "Dreh dich einmal rum und stell dich drauf." Die Waage grinst mich an. Ich beiße so fest ich kann auf meine Unterlippe und drehe mich um. Panik. Bist du so schwach, Luisa? So viel gegessen, dass du dich nicht mehr wiegen kannst? Du solltest dich schämen. Du lügst. Du bist nur in meinem Kopf. Du bist nicht echt. Alles was ich mache ist wieder gesund werden. Glücklich werden. Sicher, Luisa? Ich glaube nicht, dass du glücklich wirst wenn du noch fetter wirst. Ich bin nicht fett. Ganz sicher nicht. Ich werde nur normal. Luisas, ich bitte dich. Du wirst schon sehen. Schritt. Schritt. Der Wunsch einfach verschwinden zu können wird übermächtig. Das hässliche Grinsen der Doktorin schreit mir entgegen. Vor meinen Augen verwandelt ess sich in eine Menschenfressermaske. Blutrot unterlaufene Augen. Warzen und Pickel überfluten das Gesicht. Die perfekt geschminkten, roten Lippen ziehen sich zu einem furchtbaren Lächeln zusammen. "Sehr schön." Ich starre die roten Zahlen auf der Waage an. Sie verschwimmen, ich bekomme keine Luft mehr. "Luisa?" Meine Welt wird zu einem Meer aus Tränen, ich stürme aus dem Raum. Rennen soweit ich kann. Ich will nur weg von diesem Ort. Ein Ort in dem Monster und Hexen leben, die mich zu meinem alten ich machen. Das halte ich nicht aus. Na? Wer hat es gesagt?! Aber das ist kein Problem, zusammen schaffen wir das. Verlass dich auf mich, ich helfe dir. Ich rutsche an der Wand runter, presse meine Hände auf die Ohren und lausche der unendlichen Stille der Magersucht.
Samstag, 11. Februar 2012
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