Donnerstag, 5. April 2012

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Von weitem kann ich die Schritte von meinem Therapeuten hören. Gleich ist er hier, trotzdem bleibe ich sitzen und betrachte weiter den Garten. Ich merke wie er sich schwer neben mich setzt. "Es tut mir leid." "Ist schon in Ordnung.", an seiner Stimme kann ich hören, dass er lächelt. "Aber jetzt bist du mir eine ehrlich Antwort schuldig." Ich beiße mir auf die Unterlippe, dann nicke ich. "Wie geht es dir?"Ich drehe mich zur Seite und setzte mich in den Schneidersitz. Ich mustere ihn von der Seite. "Darf ich sie davor noch etwas fragen?" Ich warte kurz. "Warum haben sie mich nicht schon längst .." Ich halte kurz die Luft an .."aufgegeben?" Er lächelt dieses sich-an-etwas-erinnern-Lächeln. Langsam löst sich eine Haarsträhne aus meinem Dutt und fällt mir vor die Augen, hastig verbanne ich sie hinter mein Ohr. "Ich möchte ehrlich zu dir sein." Er dreht sich zu mir. "Weil du ein bisschen die Tochter bist, die ich nie haben werde. Ich habe gesehen, wie gut dein Verhältnis zu deinem Vater ist und Luisa, als ich gesehen habe, wie er hier abgerreist ist, hat es mir wirklich im Herz weh getan. Ich habe versucht, auch wenn mir völlig klar ist, dass das nicht geht, ein Stück weit hier dein Vater für dich zu sein. Das ist ein Grund, vielleicht auch der etwas egoistische Grund." Er macht eine lange Pause. Ich muss lächeln, er ist ein alter Mann, er könnte fast mein Opa sein. Das Lächeln verwandelt sich in ein Grinsen. "Was?" "Sie haben das ganz gut gemacht, mit dem Vater sein." "Und der andere Grund ist eigentlich ganz leicht. Ich glaube an dich. Ganz einfach. Ich weiß, dass du das schaffen wirst. Vielleicht brauchst du Hilfe und wenn du das irgendwann erkennst, dann möchte ich, dass jemand für dich da ist und dir diese Hilfe geben kann." Ich beuge mich ein Stück nach vorne und greife nach seiner Hand, ganz kurz, dann lasse ich sie wieder los. "Danke." Er lächelt. Auch ich muss lächeln. "Also?" Langsam formt sich ein Satz in meinem Kopf, es ist komisch, ich sage es jeden Tag, aber ich hatte ganz vergessen, dass man es auch fühlen kann. "Es geht mir gut."

Kommentare:

  1. Luisa? Du lebst. Weißt du noch, wer ich bin? Emilia. Du hast mir nicht mehr geschrieben.. Ich hab mir Sorgen gemacht. Schreibst du mir eine Email? Bitte? Ich konnte dich gar nicht mehr erreichen. Ich hab mir Sorgen gemacht..
    Du bist da..♥

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  2. du hast verdient glücklich zu sein. ich hoffe, du bekommst die hilfe, die dir zusteht.

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  3. Heey,

    du wurdest von mir getaggt :) Ich hoffe du beantwortest die Fragen :)

    Viele Grüße,
    Sie fühlt sich frei

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